Mephisto – ab Mai 2022
Schauspiel nach dem Roman von Klaus Mann

Mephisto, 1936 im Exil geschrieben, wird als Schlüsselroman über den Schauspieler Gustaf Gründgens angesehen. Es handelt es sich aber, laut Mann, „um kein Portrait, sondern um einen symbolischen Typus“: Ein Schauspieler im Konflikt zwischen Karriere und Gewissen. Die Verfilmung mit Klaus-Maria Brandauer erhielt 1981 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.


TERMINE AUF ANFRAGE
ab Mai 2022
Tournee im gesamten deutschsprachigen Raum


Inhalt:

Der Pakt mit dem Teufel

Gezeigt wird die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, von 1926 im Hamburger Künstlertheater bis zum Jahre 1936, als dieser es zum gefeierten Star des sogenannten Dritten Reiches gebracht hat und zum Intendant des Berliner Staatstheaters ernannt wird.

Höfgen, der sich erst spät mit den Machthabern des Nationalsozialismus arrangiert, flüchtet zunächst nach Paris, da er Angst vor einer Verfolgung aufgrund seiner „kulturbolschewistischen“ Vergangenheit und seiner SM-Beziehung zu der Tänzerin Juliette hat. Zu diesem Zeitpunkt stellt Höfgen auch fest, dass er einen großen Teil seiner wahren Freunde, wie seine Frau Barbara Bruckner, bereits verloren hat.

Lotte Lindenthal, die Frau des „Fliegergenerals“ und Ministerpräsidenten, selbst eher eine mittelmäßige Schauspielerin, wünscht sich Höfgen jedoch als Partner für ihr Berliner Debüt am Staatstheater und kann ihren Mann überreden, Höfgen zurück nach Berlin zu holen. Denn dieser hält selbst große Stücke auf seinen Höfgen, seinen Spielball im Machtkampf mit dem Propagandaminister.

Als leidenschaftlicher Schauspieler, dem die Rolle des Mephisto in Goethes Faust I wie auf den Leib geschnitten ist, erkennt der Opportunist Höfgen erst viel zu spät, dass er tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Er ist zu einem „Affen der Macht“ geworden, ein „Clown zur Zerstreuung der Mörder“. Ein Schauspieler zerrissen zwischen Karriere und Gewissen. Gipfelnd in dem berühmten Satz:

„Ich bin doch nur ein ganz gewöhnlicher Schauspieler!“


Klaus Mann (1906 – 1949), der älteste Sohn von Thomas Mann, begann seine literarische Laufbahn in der Zeit der Weimarer Republik als Außenseiter, da er in seinem frühen Werk Themen verarbeitete, die zur damaligen Zeit als Tabubruch galten. Nach seiner Emigration aus Deutschland im Jahr 1933 fand eine wesentliche Neuorientierung in der Thematik seiner Werke statt: Klaus Mann wurde zum kämpferischen Literaten gegen den Nationalsozialismus. Als Exilant nahm er 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Die Neuentdeckung seines Werkes in Deutschland fand erst viele Jahre nach seinem Tod statt. Klaus Mann gilt heute als einer der wichtigsten Repräsentanten der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933. (Quelle: Wikipedia.)

Klaus Mann schrieb MEPHISTO – Roman einer Karriere 1936 im Exil. Obwohl oft als Schlüsselroman über den deutschen Schauspieler, Regisseur und Intendanten Gustaf Gründgens angesehen, handelt es sich, laut Mann, „um kein Portrait, sondern um einen symbolischen Typus“: Ein Schauspieler im Konflikt zwischen Karriere und Gewissen.

Die Verfilmung des Romans von István Szabó, 1981 mit Klaus-Maria Brandauer in der Titelrolle, erhielt im darauffolgenden Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Das NEUE GLOBE THEATER wird, nach seinen erfolgreichen Bearbeitungen der Theaterstücke HAMLET, DIE RÄUBER und INDIEN, nun erstmals einen Roman für die Bühne adaptieren.

Acht Schauspieler erzählen in wechselnden Rollen diese spannende, nur halbfiktive deutsche Theater-Episode aus den späten 20er und frühen 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als Spiegelbild des ständigen Konflikts des Schauspielers: Um welchen Preis ist man bereit, seine Karriere voranzutreiben und wo ist der point of no return überschritten, wenn man sich mit einem politischen System arrangiert hat.

Die künstlerische Leitung übernehmen erneut Andreas Erfurth und Kai Frederic Schrickel. Es spielt das freie Ensemble des Neuen Globe Theaters Potsdam.

 


»Man weiß ja, daß die großen Herren Sympathie haben für Komödianten.«

aus: Klaus Mann – Mephisto (1936)

Klaus Mann, 1933. Foto von Annemarie Schwarzenbach, Frankreich, Lavandou.

Quelle: Schweizerische Nationalbibliothek, SLA-Schwarzenbach-A-5-08/241

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