Abgesang – eine akustische Tiefenmessung nach Walter Kempowski
Szenische Lesung

Abgesang – eine akustische Tiefenmessung nach Walter Kempowski

wurde als szenische Lesung im Rahmen des Themenjahres 2020 „KRIEG & FRIEDEN“ des Kulturlandes Brandenburg vom NEUEN GLOBE THEATER Potsdam erarbeitet. Die Vorlage war die Textsammlung ECHOLOT von Walter Kempowski.


INHALT:

Deutschland, 08. Mai 1945

Der Wahnsinn des zweiten Weltkrieges ist beendet, die Waffen schweigen, doch die Menschen trauen der unheimlichen Stille nicht. Wir befinden uns in einer Art Vakuum zwischen nicht mehr Krieg und noch nicht Frieden.

Der deutsche Schriftsteller und Chronist Walter Kempowski erstellte ein kollektives Tagebuch in vier Teilen aus einer Collage von Radio- und Zeitungsmeldungen, persönlichen Tagebucheinträgen, Briefen und autobiografischen Erinnerungen unterschiedlichster Menschen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Im Teil ABGESANG geht es vor allem um die Tage der Kapitulation.

Die Collage ist Totentanz und Apokalypse zugleich. In ihr kommen Opfer und Täter, Unschuldige und Schuldbeladene, Prominente und Namenlose zu Wort; sie ist ein erschütterndes Zeugnis des Untergangs.

Der Zuhörer wird dabei zum Ohrenzeugen persönlicher und politischer Ereignisse und erlebt diese Tage zwischen Krieg und der „Stunde Null“ aus den unterschiedlichsten Perspektiven

Gegen das Vergessen stellen wir die Erinnerung; gegen das Vergangene, also die Briefe, Notizen und Radionachrichten, stellen wir das Gegenwärtige, die live gesprochenen Texte – persönlich, direkt, ungefiltert und oft einander diametral gegenübergestellt. Es geht dabei nicht um die Frage nach Schuld und Sühne, sondern nach dem Resonanzraum, den der Zweite Weltkrieg in den einzelnen Menschen hinterlassen hat. Was bleibt übrig, was bleibt im Gedächtnis zwischen Endkampf und Kapitulation? Was hat uns das heute noch zu sagen? Vor dem Hintergrund heutiger Kriege und Katastrophen treffen uns diese Texte immer noch, immer wieder.

Eine Produktion der NEUEN GLOBE THEATERS Potsdam.


Walter Kempowski (* 29. April 1929 in Rostock; † 5. Oktober 2007 in Rotenburg an der Wümme) war ein deutscher Schriftsteller. Er wurde vor allem durch seine stark autobiografisch geprägten Romane der Deutschen Chronik bekannt sowie durch sein Projekt Das Echolot, in dem er Tagebücher, Briefe und andere Alltagszeugnisse zu Zeitgemälden collagierte.

Einem breiten Publikum wurde er 1975 und 1979 durch die Verfilmungen mehrerer seiner autobiografischen Romane bekannt: Tadellöser & Wolff (1975) und Ein Kapitel für sich (1979). Von 1980 bis 1991 war er Lehrbeauftragter für Fragen der Literaturproduktion an der Universität Oldenburg. Im Laufe der Jahre nahm er unterschiedliche Dozententätigkeiten an Universitäten in Deutschland und den USA wahr. (Quelle: Wikipedia)

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