Herr Puntila und sein Knecht MattiVolksstück mit Musik von Bertolt Brecht
nach Erzählungen und einem Stückentwurf von Hella Wuolijoki
(Züricher Fassung)
nach Erzählungen und einem Stückentwurf von Hella Wuolijoki
(Züricher Fassung)
Herr Puntila und sein Knecht Matti – Volksstück von Bertolt Brecht
In einer hellen finnischen Sommernacht verschwimmen die Grenzen: Zwischen Herr und Knecht, Ernst und Spiel, Rausch und Wirklichkeit. Der Großgrundbesitzer Puntila hebt das Glas, verbrüdert sich mit seinem Chauffeur Matti, verspricht Freundschaft, Freiheit – und gleich mehrere Verlobungen. Alles scheint möglich in dieser Nacht, alles leicht, alles offen. Doch was bleibt, wenn der Morgen kommt?
Mit „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ bringt das Neue Globe Theater eines der zugänglichsten und zugleich überraschend humorvollen Stücke Bertolt Brechts auf die Bühne. Fern von jeder theoretischen Schwere zeigt sich Brecht hier als genauer Beobachter menschlicher Widersprüche – mit Witz, Tempo und großer Lust am Spiel.
Die Inszenierung setzt bewusst auf die Kraft des Volksstücks: auf lebendige Figuren, direkte Ansprache und eine Erzählweise, die das Publikum mitnimmt, statt es zu belehren. Musik durchzieht den Abend, kommentiert, unterbricht, treibt voran – und macht ihn zu einem sinnlichen Theatererlebnis zwischen Leichtigkeit und leiser Nachdenklichkeit.
Im Zentrum stehen zwei Publikumslieblinge: Andreas Erfurth als Puntila, der zwischen überschäumender Herzlichkeit und unberechenbarer Autorität pendelt, und Laurenz Wiegand als sein kluger, zurückhaltender Gegenpart Matti. Gemeinsam entfalten sie ein spannungsreiches Spiel über Nähe und Distanz, über Freundschaft und Abhängigkeit – leichtfüßig, humorvoll und mit großer Präzision.
Regie führt Kai Frederic Schrickel, der am Haus bereits mit Inszenierungen wie Mephisto, Don Quijote und Hamlet das Publikum begeistert hat. Seine Handschrift verbindet klare Erzählfreude mit einem feinen Gespür für Rhythmus, Humor und die Kraft des unmittelbaren Spiels.
In der Tradition des elisabethanischen Theaters entsteht ein Abend ohne Distanz: Bühne und Zuschauerraum werden zu einem gemeinsamen Erlebnisraum, getragen von der Energie der Schauspieler*innen und der direkten Begegnung mit dem Publikum.
So wird „Puntila“ zu einem Theaterabend, der unterhält, berührt und überrascht – ein Volksstück voller Musik, Witz und lebendiger Bilder, das seine Fragen leise stellt und lange nachwirkt.



